HCRP HCRP
Home
Kontakt
Willkommen

Die Geologie

Die Fauna

Die Datierung

Palaeo-
Anthropologie

UR 501

Palaeo-
Anthropologie
RC 911

Die Fauna des Malawirifts

Mit einem Team von zeitweise mehr als 50 Wissenschaftlern, Studenten und Grabungshelfern versuchen wir durch Forschungs- und Grabungsarbeit ein ganzheitliches Bild von den Lebensbedingungen vor 2,5 Millionen Jahren zu schaffen. Unabdinglich ist hierzu die Rekonstruktion der damaligen Fauna, der Tierwelt. Zunächst fanden wir vorwiegend lediglich Antilopen, Pferde, Giraffen, Nilpferde, die Überreste von Fischen und Schweinen und last but not least auch die südlichsten Kamele Afrikas. Bis heute konnten wir fast 1500 Fundstücke fossiler Wirbeltiere katalogisieren. Alle Fundpunkte werden mit Hilfe des satellitengesteuerten Global Positioning Systems (GPS) exakt lokalisiert. Diese Vorgehensweise ermöglicht später das physische Zusammenfügen von Fragmenten, die in unterschiedlichen Jahren aber an ein und derselben Stelle gefunden wurden.



Bis heute sind Antilopenfunde für unseren Forschungsansatz ganz hervorragende ökologische Indikatoren. Grund dafür ist die evolutive Entwicklung der Antilopen, die zum Grossteil bereits vor mehr als 4 Millionen Jahren ablief. Seither haben sich diese Vierbeiner nur recht wenig verändert. Viele der fossilen Arten gibt es heute praktisch unverändert immer noch, was man am Feinbau der Zähne nachweisen kann. Für uns eine hilfreiche Feststellung, denn: Je ähnlicher die heute lebenden Verwandten den fossilen Tiere sind, desto genauer konnte deren ehemaliger bevorzugter Lebensraum bestimmt werden.

Bei früheren Untersuchungen in afrikanischen Tierparks stellte sich heraus, daß die meisten der heutigen Antilopen sehr eng an bestimmte Habitate gebunden sind. Zumindest eine grobe Unterscheidung zwischen Antilopen die in offen-trockenen, geschlossen-trockenen und geschlossen-feuchten Habitaten leben, ist recht gut möglich. Durch die Analyse der bevorzugten Habitate heutiger Antilopen ist es deshalb möglich, darauf zu schließen, wie der Lebensraums der fossilen Arten einst ausgesehen haben dürfte.

Aus der Verteilung der Antilopenfunde in Nord-Malawi konnten wir so schließen, daß die nördlichen Gebiete des rund 100 Kilometer langen Fundgebietes neben ausgesprochen offen-trockenen, auch geschlossen-feuchte Habitate aufgewiesen haben mußten. Die lokale Umgebung im Süden muß einen etwas größeren Anteil an typisch geschlossenen-trockenen Habitaten gehabt haben.


<< ^^ >>