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Palaeoanthropologie - Paranthropus boisei (RC 911)
Fünf Jahre später ein neuer Fund: Im Jahr 1996 fand das Team nahe des Dorfes Malema ein Oberkiefer-Fragment mit erhaltenen ersten beiden Backenzähnen. Der Fund, RC 911, ist als Paranthropus boisei identifiziert und repräsentiert die südlichste Ausbreitung dieses Taxons im afrikanischen Grabenbruch. Die mit dem Fund assoziierte Fauna lässt auf ein Alter von 2,3-2,5 Millionen Jahren schließen.
Eine weitere Sensation, denn das gleichzeitige Auffinden der zwei verschiedenen Hominidenarten UR 501 und RC 911 aus fast zeitgleichen Lokalitäten bestätigt die Koexistenz von Homo und Paranthropus in Südost-Afrika. Zur gleichen Zeit haben damit zwei ganz unterschiedliche Typen Vormenschen gelebt. Während sich Homo rudolfensis den einsetzenden Klimaveränderung vor 2,5 Millionen Jahren durch die Erfindung von Steinwerkzeugen anpassen konnte starb sein Zeitgenosse - der robuste Australopithecine Paranthropus boisei - jedoch aus. Die Nahrungsauswahl wurde durch Hitze und anhaltende Trockenheit begrenzter und vor allen Dingen härter - ein Grund für die Entwicklung eines megadonten (großzähnigen) Gebisses der Australopithecinen.
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